Heute morgen treffen wir uns um 6.00 Uhr zum Frühstück. Björn gibt die aktuelle Wettervorhersage durch, die leider nicht anders ist als die von gestern. Aber wir können den Tongariro Crossing auf jeden Fall laufen. Björn fährt uns dann zum Startpunkt, von wo aus wir um 7.20 Uhr loslaufen. Es ist neblig es ist kalt, und es fängt an zu regnen. 19 km liegen vor uns. Durch das Laufen wird uns erstmal warm, was sich aber ändert, umso höher wir kommen, es geht ein heftiger Wind und inzwischen hat es angefangen zu hageln. Die Sicht ist gleich null und ich frage mich zwischendurch, warum ich nicht einfach einen entspannten Wellnessurlaub buche! Aber hinter der Suppe am Himmel kann man immer wieder die Sonne erahnen, nur leider schafft sie es nicht sich durchzukämpfen. An der Abzweigung zum Tangarino Summit ist es besonders schlimm, es stürmt so heftig, dass man echt aufpassen muss, nicht vom Berg geweht zu werden. Es ist dann auch klar, dass keiner von uns den Abstecher zum Gipfel des Tongariro macht. Es geht dann über sandiges Vulkangeröll hinunter und dann haben wir Glück und der Himmel klart etwas auf. Wir haben einen tollen Blick auf die türkisgrünen Vulkanseen. Sehr schön. Aber bitterkalt. Meine Finger kann ich nicht mehr bewegen und inzwischen habe ich alle Lagen an, die ich dabei habe: 1 Skishirt, 1 Funktionsshirt, 1 Fleeceweste, 1 Regenjacke, die Daunenjacke, und darüber noch eine Regenjacke. Und ich friere trotzdem! Wir (Stephi, Madleine, Thorben und ich haben uns zusammen gefunden) gehen dann auch weiter, es geht auf der anderen Seite erstmal wieder hoch. Der Regen hat zum Glück aufgehört und bei einem Blick zurück sehen wir dass sich endlich der Nebel lichtet. Und dann sehen wir ihn! Den Ngaruhoe. Den Schicksalsberg! Eine traumhafte Kulisse. Wir machen viele Fotos, bevor es dann auf der anderen Seite wieder hinunter geht. Inzwischen wechseln sich Sonne und Wolken ab und es ist hier bei weitem nicht mehr so windig. Wir können sogar eine kurze Lunchpause in der Sonne einlegen. Unglaublich! Der Abstieg (600 hm) zieht sich irgendwann, die Beine schmerzen und wir sind alle froh als wir um 15.15 Uhr am Bus ankommen, wo die anderen schon warten. Die Sonne brennt, der Himmel ist blau und fast wolkenlos und wir sind geschafft aber zufrieden. Und nach der Dusche fühle ich mich auch wieder halbwegs frisch. Heute ist unser Team zum Glück nicht mit kochen dran, so dass ich ein wenig Zeit habe alles zu sortieren und in der Sonne zu sitzen.


